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Hochzeitssitten und Gebräuche
chuppahIm folgenden Artikel findest Du verschiedene jüdische Hochzeitsbräuche und einen Einblick in das Konzept der Ehe.
Wozu heiraten?
Frage: Wozu soll man heiraten? Es gibt viele Paare, die in Friede und Freude zusammenleben und wunderbare Kinder erziehen, sich jedoch niemals formal gebunden haben. Wozu der ganze Aufwand, das Geld und die Nerven, die eine Hochzeit verlangt?
 
 

Die jüdische Antwort: Vereinigung der Seelen
Zwei Menschen können jahrelang eine harmonische Liebesbeziehung führen und bleiben jedoch zwei Seelen. Eine jüdische Hochzeit jedoch zielt auf etwas anderes: die Chuppa ist nicht nur eine nette Tradition, sondern unter der Chuppa vereinigen sich die zwei Seelen zu einer einzigen Seele. Wie funktioniert das? Indem ein dritter Partner hinzukommt: G-tt. Der spirituelle Vorgang unter der Chuppa beschließt einen Bund, der über das menschliche Verständnis hinausgeht. Wenn Mann, Frau und G-tt sich zu einer Seele zusammenschließen, erhält ihre Beziehung eine g-ttliche Dimension.
Das allein ist schon ein sehr guter Grund, der für das Heiraten spricht.
Die Gebräuche und Sitten der Chuppa dienen dieser ewigen Vereinigung von zwei Seelen in eine einzige. Hier einige Beispiele:
 
Warum bedeckt der Bräutigam vor der Chuppa das Gesicht der Braut?
Der oft fälschlicherweise genannte Grund dafür ist, eine Verwechslung, wie sie unser Vorvater Jakow erlitt, zu vermeiden. Das hat jedoch nichts damit zu tun. Warum sollte er seine Braut bedecken, nicht aufdecken, um sie nachher nicht zu verwechseln?
Einer der vielen tatsächlichen Gründe für den Schleier ist folgender: der Bräutigam zeigt damit, dass es nicht das strahlende Äußere ist, weswegen er seine Braut heiraten will, sondern in erster Hinsicht ihr strahlendes Inneres. Der Grund für die Ehe ist, gemeinsam ein jüdisches Haus aufzubauen.
 
Wofür steht der Chuppa-Baldachin?
Die Chuppa steht für das neue Haus des Paares. Unter der Chuppa herrscht eine Atmosphäre von Heiligkeit und Nähe zu G-tt. Ebenso sind es weder die Steine noch der Grad des Komforts des zukünftigen Hauses, sondern die Nähe zu G-tt und die Heiligkeit, welche das Haus erfüllen, die für die Liebe und Harmonie des neuen Paares die entscheidende Rolle spielen.
 
Warum wird die Braut sieben Mal um den Bräutigam geführt?
Die Tora lehrt uns, dass Ehemann und Ehefrau eine einzige Seele sind, die vor der Geburt in zwei Teile geteilt wurde und mit der Eheschließung wieder vereint wird. Sobald die Seele wieder vereint ist, soll sie in den Worten der Ketubah (des Ehevertrages) "in dieser Welt und in der zukünftigen Welt" für immer vereint bleiben.
Das Kreisen um den Bräutigam, ebenso wie der Ring und die Kreistänze während der anschließenden Feier, symbolisieren diese Idee: ein Kreis hat keinen Anfang und kein Ende und ebenso besteht der Bund zwischen dem neuen Paar für die Ewigkeit.
 
Warum gibt der Bräutigam der Frau ausgerechnet einen Ring?
Ein Grund für den Ring, statt eines anderen Schmuckstücks, ist seine Beschaffenheit. Ein Ring ist wie ein Glied einer Kette. Das erste Glied der Jahrtausende umspannenden jüdischen Kette wurde von Awraham Awinu an Sarahs Finger gesteckt. Jede Generation fügt ein weiteres Kettenglied hinzu und verbindet somit unsere Vorfahren mit unseren Nachkommen. Mit unserer Ehe tragen wir unseren Teil dazu bei, diese Kette fortzusetzen.
 
Wozu dient der Wein in der Zeremonie?
Der Grund für den Wein ist u.a. ebenfalls in seiner Beschaffenheit zu finden: ebenso wie Wein, der mit den Jahren immer besser und stärker wird, wird die Beziehung des neuen Paares, wenn sie auf einer spirituellen und heiligen Grundlage beruht, immer stärker und intensiver werden.  
 
Warum wird ein Glas zerbrochen?
Um in aller Freude nicht die Zerstörung unseres Heiligen Tempels und damit den Grund für unser Exil und all unser Leiden zu vergessen, zerbricht der Bräutigam am Ende der Zeremonie ein Glas. Das zeigt uns, dass unser Glück erst mit der Ankunft der Geula (Erlösung) komplett sein wird und gibt uns die Hoffnung, dass wir diese bald erleben sollen.
Warum folgen dem Zerbrechen des Glases laute "Masal tow" Rufe?
Im übertragenen Sinne soll uns das zerbrochene Glas lehren, dass das richtige Leben die verschiedensten, nicht immer leichten Herausforderungen mit sich bringt. Zur eventuellen Überraschung des anderen, handelt es sich weder beim Bräutigam, noch bei der Braut um einen Engel. Das ist ganz gut so, da zwei Engel wenig miteinander aufzubauen haben. Alles ist bereits perfekt. Zwei unvollkommene Menschen teilen jedoch die Aufgabe, gemeinsam und durch harte Arbeit an sich selbst ihr Haus zu bauen. Das ist ein schwieriges, jedoch spannendes und aufregendes Abenteuer.
Masal tow!
 
 
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