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Warum feiern wir Bar Mitzwa?
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Auch wenn wir eine Vorstellung vom Tag der Bar Mitzwa haben, müssen wir doch nach einer Erklärung für die Hintergründe dieser Idee suchen. Interessanterweise wird dieser Meilenstein im Leben eines jüdischen Jungen nicht in der Tora erwähnt. Hat man denn damals keine Bar Mitzwa gefeiert? Was hat sich geändert, dass man heute dieses Ereignis in eine große Feier verwandelt hat?

Wir wissen, dass am Tag der Bar Mitzwa für einen Jungen die Pflicht beginnt, alle Gesetze zu halten. Er wird ab dann als erwachsen bezeichnet und kann zum Minjan, dem Quorum von zehn Juden, die man zum Toralesen oder Kaddischsagen braucht, gezählt werden. Aber wir können sehen, dass er eigentlich die Gesetze schon früher hält, wenn auch freiwillig und nicht als Pflicht, um sich daran zu gewöhnen. Man kann nicht einfach von einem Tag auf den anderen die Pflichten auf sich nehmen und daher beginnt man, sie langsam aufzubauen. Bei jeder Mitzwa gibt es einen Zeitpunkt, bei dem man anfängt, sie zu praktizieren. Es kommt auf die Reife des Jungen an, in welcher Zeitspanne man was und wann tut.
Doch unabhängig von der Länge der Einführungssphase, beginnt im Alter von 13 Jahren die Pflicht, die Mitzwot zu halten. Was ändert sich wirklich vom Tag zuvor, an dem man die Mitzwot freiwillig erfüllt, zum nächsten Tag, an dem man sie tun muss? Ist es nicht eigentlich besser, Gesetze zu halten, weil man es will, und nicht, weil man es muss?
Unsere Weisen sagen mehrmals im Talmud (Kidduschin 31b und Bava Kamma 38a): „Größer ist derjenige, der die Mitzwot tut, weil er sie tun muss, als derjenige, der sie freiwillig tut.“ Tosafot erklärt im Traktat Awoda Sara 3a, dass der Mensch, der etwas tun muss, sich mehr mit einer Sache beschäftigt, dadurch weniger Fehler macht und immer versucht, das Richtige besser auszuführen. Doch muss man etwas tiefer gehen, um zu verstehen, warum derjenige, der eine Arbeit freiwillig tut und auch gut ausführt, es nicht verdient, denselben Lohn zu bekommen.
Das hebräische Wort „Mitzwa“ hat die Wurzel „zewet“, was Zange bedeutet. Eine Zange ist ein Werkzeug, das verbindet. Man versucht, etwas mit einer Zange zu halten, zu greifen und miteinander zu verbinden. Dafür sind die Gesetze da, denn sie bilden eine unzertrennliche Verbindung mit uns. Aber das ist nur möglich, wenn sie ein Muss sind.
Man kann sich nur mit jemandem verbinden, wenn es eine feste Vereinbarung miteinander gibt. Der Abschluss jedes Geschäfts benötigt zwei Seiten, die sich einander verpflichten. Wenn es einseitig geschieht, kann nie etwas Gutes herauskommen. Daher ist die Mitzwa als Verpflichtung etwas Positives und Produktives, weil wir nur so G“tt nahe kommen können.
Das ist es, was ein Junge an der Schwelle zum Erwachsenwerden wissen muss. Er muss pflichtbewusst in die Welt der Gesetze eintreten. Wenn es für ihn eine Last ist, wird er sicher nie das Gefühl bekommen, das man bei der Befolgung der Mitzwot haben soll. Es darf nie eine Bürde für ihn sein. Trotzdem muss er im Sinn haben, dass er den Gesetzen folgen muss. Das Gefühl, sich an etwas uneingeschränkt zu binden, ist heute fast aus dem Lebensbild der modernen Gesellschaft verschwunden. Man will sich nicht mehr zu lange auf etwas festlegen. Eine Verbindung zu G“tt kann man aber nur aufbauen, wenn sie bedingungslos ist. Man macht es, weil man es tun muss! 
Wahrscheinlich feiert man heute eine Bar Mitzwa so großartig, weil man den Druck des Jochs der Gebote ein wenig verschönern möchte. Man schafft eine Atmosphäre, in der man die Pflichten mit Freude auf sich nehmen kann. In früheren Zeiten empfand man durchweg mehr Pflichtbewusstsein und eine schöne Feier war weniger nötig. Es ist natürlich nicht schlecht zu feiern, sondern eine wunderbare Gelegenheit für die ganze Familie zusammenzukommen und den Bar Mitzwa-Jungen in den Mittelpunkt zu stellen. Man darf jedoch nicht vergessen, was wirklich von einem jungen jüdischen Mann erwartet wird, wenn er dreizehn Jahre alt und damit erwachsen wird. Denn wenn er diese Stufe erreicht hat, wird er sehen, dass die Pflicht ihm Halt gibt, wie schwer sie auch fällt. Nur so wird er die wahre Verbindung zu G“tt spüren.
 
 
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