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Gedanke zu Sukkot

Apollo 9 Astronaut Rusty Schweickart dachte an einen speziellen Moment in seinem Leben zurück, der sich ereignete, als er außerhalb seiner Raumkapsel schwebte, um die Ausrüstung zu prüfen. Sein Astronautenkollege Dave Scott war dabei, ihn zu fotografieren, als plötzlich die Kamera versagte. Scott ging in die Raumfähre zurück, um die Kamera zu reparieren. Während dieser Zeit ließ er Schweickart für ein paar Minuten allein im Weltraum schweben. Also woran dachte Schweickart, als er allein in absoluter Ruhe auf die wundervolle blaue Erdkugel herabschaute? „Ich stellte mir Fragen“, antwortete er, „Was bedeutet dies? Wie bin ich hierhergekommen? Wer bin ich?“

Allein im Weltraum zu schweben ist sicherlich eine ideale Zeit, um über die Bedeutung des Lebens nachzudenken, aber wir müssen nicht auf so eine seltene Gelegenheit warten, um uns mit Introspektion zu beschäftigen.

Wir alle haben eine innere Stimme, tief im Bewusstsein verborgen, doch wegen der Hektik des Alltags wird sie gedämpft und ist kaum hörbar für uns. Nur im Dunkeln, in der Stille, wenn unser Verstand frei von jeglicher Ablenkung ist, wird die innere Stimme hörbar und füllt uns mit den verschiedenartigsten Gedanken.

Um unsere innere Stimme zu hören ist ungestörte Konzentration erforderlich. Dies kann zum Beispiel durch einen abendlichen Spaziergang oder eine einsame Autofahrt erreicht werden, die Methoden sind ganz individuell, aber wir sind selten geneigt, das Abenteuer zu wagen, in uns selbst hineinzuhorchen. Wann immer wir alleine sind, versuchen wir mit allen Mitteln der Einsamkeit zu entfliehen. Falls wir an einem Platz waren, an dem das Handy ausgeschaltet sein musste, ist doch das Erste, das wir tun, es sofort wieder anzuschalten. Wenn wir in unser Auto steigen, schalten wir das Radio an, noch bevor wir im ersten Gang sind. Oder gelingt es uns etwa an der Busstation mal fünf Minuten ruhig auf den Bus zu warten, ohne eine SMS zu schreiben oder einen Freund anzurufen? Woher stammt dieser Drang, sich ständig ablenken und durch äußere Reize stimulieren zu müssen?

Die Gesellschaft, in der wir leben, ja wir selbst lehren uns, so zu leben. Jede freie Minute muss mit Lärm und Ablenkung gefüllt sein, wir fürchten es, allein mit uns selbst zu sein. Alle innovativen Erfindungen der letzten Jahre wie z.B. Kino, TV, Handys und iPods usw., helfen uns mit all ihren Vorteilen dabei, uns selbst zu vermeiden.

Wir laufen den ganzen Tag von einem Platz zum anderen, erledigen viele Dinge gleichzeitig und sind nonstop mit der äußeren Welt beschäftigt. Wir laufen und laufen und hören nicht auf zu laufen. Wir wissen nicht mal, wohin wir laufen, welchem Lebensziel wir entgegengehen. Haben wir denn überhaupt ein Lebensziel? Denken wir überhaupt darüber nach? Wissen wir überhaupt, wer wir sind, was unsere Stärken und Schwächen sind? Welche moralischen Werte vertreten wir, was zählt denn wirklich im Leben?

Manchmal sind wir unerwartet aber doch mit uns allein. Wie wir diese kostbaren Momente nutzen, sagt viel über uns selbst aus. Diese Momente sind wie ein Barometer für unsere Spiritualität. So können wir messen, wie weit wir mit uns selbst im Einklang sind. Für viele ist der Gedanke, allein zu sein Angst einflössend, sie fühlen sich unbehaglich, denn allein mit sich zu sein bedeutet, seiner eigenen Realität ins Gesicht schauen zu müssen.

Wenn wir auf unsere innere Stimme hörten und lernten, unsere ruhigen Minuten jeden Tag für positives Denken auszunutzen, das heißt darüber nachzudenken, wie wir uns verbessern können oder wie wir anderen eine Freude machen können, dann kommen wir uns selber nahe und ermöglichen uns somit auch G“tt näher zu kommen, denn sich selbst zu erkennen ist Voraussetzung um G“tt zu erkennen.

Weil wir im Ebenbilde G“ttes erschaffen worden sind, müssen wir zuerst verstehen, wer wir sind, um dann auf G“tt zugehen zu können.

Dies ist die Bedeutung und unsere Aufgabe am Sukkotfest. Wir gehen am Sukkot für sieben Tage in die Sukka, eine unsichere Laubhütte und diese Laubhütte soll uns dazu bringen, uns von der materiellen Welt zu befreien. Wir sollen dadurch verstehen, nicht auf unsere künstlich erbaute Welt zu vertrauen und uns in ihr sicher zu fühlen. G“tt gibt uns Sicherheit, unsere mit G“ttes Hilfe erbaute und erarbeitete spirituelle Welt gibt uns die wahre Sicherheit.

 
 
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