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Rosch Chodesch

rosh chodesh

 

Rosch Chodesch ist der Beginn eines neuen jüdischen Monats. Mit dem Erscheinen des Neumonds fängt auch ein neuer Monat an, denn der jüdische Kalender ist ein Mondkalender. In einem regulären jüdischen Jahr gibt es zwölf Monate, die aber aufgrund der Tatsache, dass ein lunarer Monat 29 ½ Tage dauert, nur ein Jahr mit 354 Tagen ergeben. Daraus folgt eine Diskrepanz zum Sonnenjahr von elf Tagen. Nachdem uns aber die Tora sagt, dass Pessach – das Chag HaAviv – immer im Frühling gefeiert werden muss, gibt es bei uns besondere Schaltjahre, die für den Ausgleich sorgen.

Ein jüdisches Schaltjahr hat nicht nur einen Schalttag wie der gregorianische Kalender, sondern einen ganzen Schaltmonat, der zwischen die Monate Adar und Nissan eingeschoben wird. In einem solchen Schaltjahr gibt es zwei Monate Adar: den Adar Rischon (oder Adar Aleph) und den Adar Scheni (oder Adar Bet). Der Feiertag Purim wird dann immer erst im Adar Scheni gefeiert. Insgesamt sind sieben Schaltjahre auf ein Intervall von neunzehn Jahren verteilt, so dass jeweils das 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr ein Schaltjahr ist. 

 

 

In der Tora, Schmot 12:1, steht, dass G“tt dem jüdischen Volk als erste Mitzwa das Konzept von Rosch Chodesch befiehlt. Denn ohne zu wissen, wann ein Monat beginnt, haben wir keinen Kalender und können auch keine Feiertage zu den vorgeschriebenen Zeiten begehen. Die Feststellung, wann Rosch Chodesch ist, verlangt die Tora durch Zeugenaussagen vor dem Sanhedrin. Zwei Zeugen mussten unabhängig voneinander den Neumond gesehen haben und ihr Zeugnis musste vor dem Sanhedrin Bestand haben, bevor dieses höchste jüdische Gericht festlegte, welcher Tag Rosch Chodesch war. Diese Entscheidung wurde in der gesamten jüdischen Welt verbreitet, so dass jeder Jude wusste, wann er die Feiertage zu halten hatte. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels befürchteten unsere Weisen, dass dieses System nicht mehr lange aufrecht zu erhalten sei und legten im 4. Jahrhundert einen Kalender fest, der auf astronomischen Prinzipien basierte und den wir bis heute benutzen.

Rosch Chodesch ist zwar kein Feiertag wie Pessach, Schawuot oder Sukkot und man muss auch nicht die Schabbatgesetze halten, aber er hat doch einen gewissen Feiertagscharakter. Zu Zeiten des Bet Hamikdasch wurde ein zusätzliches Opfer, das Mussaf-Opfer, dargebracht, was sich heute darin äußert, dass wir nach dem morgendlichen Schacharitgebet wie am Feiertag auch Mussaf beten. Es wird Hallel gesagt, während Schacharit wird aus der Tora gelesen und in die Amida, aber auch ins Birkat HaMason, wird der Abschnitt Ja’ale Wejawo eingefügt. Aber auch zu Hause gedenken wir des Tages, indem wir möglichst eine Mahlzeit zu Ehren von Rosch Chodesch einnehmen oder zumindest etwas besonders Gutes unserer Mahlzeit hinzufügen.

Für jüdische Frauen ist Rosch Chodesch seit jeher ein spezieller Tag. Der Talmud sagt im Traktat Megilla 22b, dass Frauen an Rosch Chodesch nicht arbeiten sollen, was Raschi so erläutert, dass Frauen insbesondere nicht spinnen, weben und nähen sollen, weil sie diese Arbeiten sehr bereitwillig beim Bau des Mischkans übernommen hatten. Aber zusätzlich ist Rosch Chodesch vor allem den Frauen als Feiertag gegeben worden, weil sich die Frauen an der Sünde des goldenen Kalbs nicht beteiligen wollten. Sie weigerten sich, ihren Männern ihr Gold und ihren Schmuck dafür zur Verfügung zu stellen, weil sie wussten, dass es sich um verbotenen Götzendienst handelte und sie mehr G“ttvertrauen und Glauben hatten als ihre Männer. Nun könnte man ja sagen, dass die wirklichen Beweggründe für ihre Zurückhaltung Geiz und Selbstsucht gewesen seien. Aber schon wenig später sehen wir die Frauen an erster Stelle, als es darum ging, Gold und andere wertvolle Dinge für den Bau des Mischkans zu spenden. Auch der Schulchan Aruch stellt in Orach Chaim 417:1 fest, dass es ein Brauch für Frauen ist, an Rosch Chodesch nicht zu arbeiten, und der Rema kommentiert, dass sie ihrem Brauch folgen sollen, gewisse Arbeiten zu tun und andere Arbeiten zu lassen.

In den Worten der Mussaf-Amida von Rosch Chodesch finden wir die Worte, dass Rosch Chodesch eine „Sman Kapara“, eine Zeit der Sühne ist. Da die Frauen nicht an der Sünde des goldenen Kalbs teilhatten, sind es nur die Männer, die dafür sühnen müssen. Die Frauen hingegen erhielten eine Art Feiertag zur Belohnung für ihre Nichtbeteiligung daran. Aber warum ausgerechnet Rosch Chodesch? In Schmot 35:22 steht über die Spendenbereitschaft des jüdischen Volkes für den Mischkan: „Wajawo’u ha’anaschim al hanaschim – und es kamen die Männer mit den Frauen.“ Das Wort „mit“ wird normalerweise auf Hebräisch mit dem Wort „im“ ausgedrückt, aber hier steht das Wort „al (= auf)“, was der Ramban so interpretiert, dass die Frauen den Männern in dem Wunsch, ihren Schmuck für den Mischkan zu spenden, vorangingen. Die Einweihung des Mischkans erfolgte am 1. Nissan und der Rosch Chodesch Nissan sowie danach jeder Rosch Chodesch als Feiertag für Frauen drückt die Erkenntlichkeit für ihre Großzügigkeit aus.

Schon in der Antike erkannten die Griechen bei ihrem Versuch, dem jüdischen Volk ihre griechische Kultur aufzuoktroyieren, dass Rosch Chodesch eine elementare Relevanz für uns hat. Sie verboten den Juden drei Mitzwot zu erfüllen: den Schabbat zu halten, Brit Mila durchzuführen und Rosch Chodesch zu begehen. Hätten sie damit Erfolg gehabt, hätte die Nichtbeachtung von Rosch Chodesch – und damit aller Feiertage – die Missachtung vieler anderer Mitzwot zur Folge gehabt.

Auf einer tieferen Ebene ist die Verbundenheit von Rosch Chodesch mit dem Mond ein Symbol für die jüdische Nation. So wie wir die Mondsichel zunehmen und wieder abnehmen sehen und erkennen, dass sich dieser Vorgang jeden Monat wiederholt, steht auch Rosch Chodesch für Erneuerung. Das jüdische Volk hat im Laufe seiner Geschichte viele Hochs und Tiefs erlebt, aber was auch geschieht, mit G“ttes Hilfe, erheben wir uns immer wieder und entwickeln uns, bis Moschiach kommt und die Prophezeiungen des nimmer wiederkehrenden Niedergangs in Erfüllung treten.

 
 
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