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Purim - was WIR feiern

Purim - der jüdische Rosenmontag

Jetzt mal ehrlich: es ist ja schön und gut, dass G-tt die Juden mal wieder aus einer existenzbedrohenden Situation gerettet hat, aber was soll ich jetzt damit?

Die Frage ist: was können wir aus dem vielseitigen und sehr tiefsinnigen, obwohl oft als „jüdischem Karneval" missverstandenen Feiertag Purim für uns lernen?

Am Tag vor Purim fasten wir als Erinnerung an das Fasten, das Königin Esther ankündigen ließ. Esthers Fasten war eine Vorbereitung auf das gefährliche Vorhaben, persönlich vor den König Achashverosh zu treten und ihn um Erbarmen für ihr Volk zu bitten. In der Tat war dieses Vorhaben lebensgefährlich, denn die Regel war allen bekannt: wer zum König ging, ohne von ihm gerufen worden zu sein, wurde geköpft. Ohne Ausnahme.

Die Existenz des jüdischen Volkes war in Gefahr, und so riskierte Esther ihr eigenes Leben.

Auch an Chanuka war die Existenz des jüdischen Volkes bedroht und wir feiern unsere Rettung. Warum zwei Feiertage mit scheinbar dem gleichen Sinn? Warum hätte es nicht gereicht, nur einen der beiden Feiertage in den jüdischen Kalender einzuführen? Was ist der Unterschied zwischen Chanuka und Purim?

Die Bedrohung, der wir Juden an Chanuka ausgesetzt waren, war rein ideologischer Natur. Die Griechen wollten uns nicht umbringen, solange wir nur das Jüdische aufgeben und uns völlig assimilieren würden. Doch an Purim war die Bedrohung körperlicher Natur. Alle Juden sollten umgebracht werden, ganz unabhängig von ihrer Lebensweise und ihrer Religiösität.

So war es oft in der Geschichte, wenn Juden gejagt, verfolgt und ermordet wurden: für die, die uns hassen, macht es keinen Unterschied, ob wir religiös sind oder nicht, ob wir Sarah oder Jessica heißen, ob wir den ganzen Tag in der Jeschiwa sitzen oder auf Partys gehen. Weil auch unsere Feinde wissen und spüren, dass wir Juden eins sind, eine Gemeinschaft mit einem Schicksal, dass uns etwas Größeres vereint, auch wenn es nicht augenscheinlich ist.

Dieser vermeintliche Mangel an Augenscheinlichkeit ist ein wichtiges Thema an Purim.

Purim ist nicht die Geschichte eines offenen Wunders, von G-ttes „Hand", die uns für alle sichtbar aus der Sklaverei führt und ein Meer für uns spaltet. Im Gegenteil: in der Megilla, der Estherrolle, die an Purim zweimal gelesen wird und in der die Purimgeschichte verewigt ist, kommt G-ttes Name kein einziges Mal vor. Alles sieht aus wie eine politische Intrige und ihre - zugegebenermaßen wundersame - Auflösung.

Doch wer weiß besser als wir Juden, dass in der Welt nichts zufällig geschieht? Wer hat mehr Wunder erlebt, so Vieles überlebt, als wir? Hätte jemand zur Zeit der Sklaverei in Ägypten auch nur gefragt: wer wird in 3000 Jahren noch da sein - die Ägypter, die mächtigste Nation der Welt, oder die Juden, ein kleines Volk von Sklaven, deren männliche Neugeborene gleich nach der Geburt in den Nil geworfen wurden? Und doch sind wir da, und von den alten Ägyptern bleiben nur Mythen und Mumien. Es kamen noch die Perser, die Griechen, die Römer und schließlich die Nazis - aber wir sind noch da.

Denn es gibt etwas Größeres als gefillten Fisch und jüdische Witze, das uns vereint. Etwas Verborgenes, nicht Augenscheinliches, etwas, das unsere Einheit in guten wie in schlechten Zeit sicherstellt: der ewige Bund mit G-tt.

Zu Purim heisst es, diese Einigkeit zu feiern und besonders zu fördern!

So drehen sich die Mitzwot von Purim um das Zwischenmenschliche: wir geben Matanot le'Ewjonim (Geschenke an Arme). Während wir uns gewöhnlich gut überlegen, ob wir jemandem etwas geben, der die Hand ausstreckt, ist es an Purim eine Mitzwa, nicht nur jedem großzügig zu geben, der bedürftig ist, sondern auch eine größere Geldsumme an einen Armen zu schicken, ohne von ihm gebeten worden zu sein. So trainieren wir den „Geb-Muskel", lernen über unseren eigenen Horizont hinaus zu sehen und einander zu helfen.

Wir schicken Mischloach Manot, Geschenke von Essen, an unsere Freunde, und solche, die es werden sollen - diese Mitzwa ist explizit zu diesem Zweck gedacht, Freundschaft zwischen Juden zu fördern.

Und schließlich feiern und trinken wir zusammen - und wir wissen doch alle, wie das Menschen zusammenbringen kann.

 
 
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