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Hilchot Pessach

 

pessach

 

Jeder Jehudi hat die Mitzwa, sich dreissig Tage vor Pessach mit den Halachot von Pessach zu beschäftigen, damit er weiß, wie man die Mitzwot von Pessach exakt ausführt. Diese Pflicht gilt auch für die Pessach-Tage selbst. In dieser Mitzwa ist auch die Schabbat Hagadol-Drascha eingeschlossen, bei der man Halachot von Pessach behandeln muss.

 

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 429.1)

- Der Rema schreibt, dass der Minhag besteht, an Arme Geld zu verteilen, sodass sie sich auf eine schöne Weise mit dem Nötigen ausstatten können. Diese Zedaka wird מעות חיטים oder קמחה דפסחא genannt. Der Chafetz Chajim schreibt dazu: „Diese, die sich weigern für diesen Zweck zu spenden, haben eine grosse Sünde in ihrer Hand.“

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 429.1, siehe Scha’ar Hazijun 10)

- Am Schabbat nach Purim wird Parschat Para geleint - von der roten Kuh, die in der Wüste um diese Zeit verbrannt wurde, sodass die Jehudim rechtzeitig für das Korban Pessach rein waren.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 685.1)

- Es besteht eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Poskim, ob das Leinen der Parschat Para heutzutage eine Pflicht von der Tora aus ist oder nicht. Um die Meinung jener Poskim zu berücksichtigen, die es für eine Pflicht min HaTora halten, soll man während des Leinens die Absicht haben, diese Mitzwa durch das Leinen zu erfüllen.

Laut allen Meinungen jedoch sind Frauen nicht verpflichtet, Parschat Para zu hören.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 685.7, Mo’adim Usemanim 2.168)

- Der ganze Monat Nissan ist heilig und es wird aus diesem Grunde während des ganzen Monats kein Tachanun, kein צדקתך צדק am Schabbat bei Mincha, keine יהי רצון nach dem Leinen als auch kein קל מלא רחמים an einer Jahrzeit gesagt. Der Minhag der Sefardim ist auch, dass man kein קל ארך אפים beim Ausheben der Sefer Tora sagt, und auch kein למנצח zwischen Aschrei und Uwa Lezijon.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 429.2, Kaf Hachajim 131.7)

- Das Fasten ist im Monat Nissan untersagt, selbst an einer Jahrzeit von Eltern. Ein Ta’anit wegen eines schlechten Traums ist jedoch erlaubt. Einige Meinungen erlauben das Fasten an einer Jahrzeit nach Issru Chag.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 429.2)

-Einige führen sich, während des ganzen Monats Nissan nicht auf ein Bet Hakwarot zu gehen, sogar an einer Jahrzeit der Eltern. Man soll den Besuch bei dem Kewer deshalb auf den Erew Rosch Chodesch Nissan vorverschieben, denn auch an jedem Erew Rosch Chodesch ist die Neschama beim Kewer.

-Andere Meinungen hingegen gestatten den Besuch auf einem Bet Hakwarot. Laut allen Meinungen jedoch ist es erlaubt, bei Kewarim von Zaddikim zu dawenen.

(Gescher Hachajim 26.6, Orchot Rabeinu 2.305, Piskei Teschuwot 429.4)

-Einige haben den Minhag am Erew Rosch Chodesch Nissan die Tefillat Jom Kippur Katan zu dawenen (und bis nach Mincha zu fasten), obwohl sie diese Tefilla nicht jeden Erew Rosch Chodesch sagen. Denn laut der Meinung von Rabbi Jehoschua wurde die Welt im Nissan erschaffen und somit ist dies der Beginn des Jahres.

(Gemara Rosch Haschana 11a, Birkat Hapessach 1.3, Darkei Chajim Weschalom 535)

-Rosch Chodesch Nissan bezeichnet den Beginn der Birkat-Ha’Ilanot-Saison, die Bracha, die man einmal im Jahr auf blühende Bäume spricht. Männer, Frauen und Kinder sind dazu verpflichtet. Die Bracha kann man erst dann sagen, sobald man die Blüte mit ihrer Blume sieht, die dann später zur Frucht heranwächst.

- In einem Monat, wo die Bäume schon im Adar zu sprießen beginnen (insbesondere in Eretz Jisrael), oder in Ländern, wo der Frühling in den Monaten Elul und Tischri kommt, kann die Bracha in jenen Monaten gesagt werden.

- Hat man im Monat Nissan keinen Baum gesehen, über den man eine Bracha sprechen könnte, kann man die Bracha bedi’ewed auch später sagen, solange man noch keine reifen Früchte auf dem Baum sehen kann.

Hat man im Nissan jedoch einen Baum gesehen, die Bracha darüber aber nicht gesagt, darf die Bracha nur solange gesagt werden, bis die Früchte zu wachsen beginnen.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 226.1, Kaf Hachajim 226, Mo’ed Lekol Chaj 1.6, Schu’t Har Zwi 226, Schulchan Hatahor 226, Sdei Chemed Vol. 2, Ma’arechet Berachot S. 265)

- Die Birkat Ha’Ilanot sollte nicht an einem Schabbat gesagt werden, es sei denn, es ist der letzte Tag im Nissan und man hat die Bracha noch nicht gesagt.

- Einige haben den Brauch, vor der Bracha, den Passuk ויהי נעם zu rezitieren, gefolgt von dem 148. Kapitel in Tehillim 'הללי-ה הללו א-ל מן השמים'.

- Die Bracha sollte vorzugsweise mit einem Minjan gesagt werden und ein Kaddisch soll darauf folgen; sie kann aber auch ohne Minjan gesagt werden.

- Der Chida schreibt, dass man bei dieser Bracha spezielle Kawana (Andacht) haben soll, da diese Bracha einen Tikkun für Neschamot sein kann, die auf diese Welt in Form von Bäumen und Pflanzen gesandt wurden. Man hat hier somit die Gelegenheit, für diese Neschamot um Erbarmen zu bitten.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 226.1, Kaf Hachajim 226, Mo’ed Lekol Chaj 1.6, Schu’t Har Zwi 226, Schulchan Hatahor 226, Sdei Chemed Vol. 2, Ma’arechet Berachot S. 265)

- Am Schabbat vor Rosch Chodesch Nissan leint man die פרשת החדש, in der die Dinim des neuen Mondes und des neuen Monates diskutiert werden, um damit den Monat Nissan einzuführen. Laut allen Meinungen ist diese Parscha nur d’Rabanan und Frauen sind nicht dazu verpflichtet.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 685.1)

- Am Vorabend vor Pessach (Abend des 14. Nissan) muss man das ganze Haus (wie auch andere Besitztümer) nach Chametz durchsuchen. Die Bedikat Chametz muss gleich bei Beginn der Nacht erfolgen und nicht bis später am Abend verschoben werden.

(Schulchan Aruch - Mischna 431.1, 444.1)

- Vor der Bedikat Chametz haben einige den Minhag, ihre Hände (ohne Bracha) zu waschen.

Das Oberhaupt der Familie soll die Bracha auf die Bedikat Chametz sprechen, bevor er mit dem Durchsuchen des Hauses beginnt. Diese Bracha genügt dann für alle Mitglieder des Hauses, die beim Durchsuchen mithelfen.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 432.1,2)

- Die Bedika soll beim Schein eines Kerzenlichts durchgeführt werden. Die normalen Lichter in den Zimmern soll man aber dennoch brennen lassen und falls es nötig ist, soll man auch eine Taschenlampe verwenden, jedoch nicht statt der Kerze. An Orten, wo es mit einer Kerze gefährlich sein könnte, wie zum Beispiel unter einem Bett oder in einem Auto, soll man lieber die Taschenlampe benützen und damit gründlich suchen.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 431.1, Mo’adim Usemanim 1, Orchot Rabenu Pessach 6, Sche’arim Hamezujanim Behalacha 110.4)

- Ab einer halben Stunde vor Eintritt der Nacht (vor Bedikat Chametz), darf keine Arbeit getan werden und keine Mahlzeit mehr eingenommen werden. Eine kleine Quantität Essen (bis zu einem כביצה) oder auch Früchte (auch mehr als ein כביצה) dürfen jedoch in der halben Stunde vor der Bedika gegessen werden.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 431.2, Piskei Teschuwot 431.6)

- Nach dem Eintritt der Nacht dürfen auch kleine Mengen Essen nicht mehr eingenommen werden, da man gleich mit der Bedikat Chametz beginnen muss. Trinken ist aber gestattet.

Man darf auch keine Tora lernen bis man die Bedikat Chametz vollständig beendet hat.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 431.1, siehe Scha’ar Hazijun 7)

- Ist man beim Eintritt der Nacht nicht zuhause, um die Bedikat Chametz auszuführen, soll man seine Frau oder sein Kind beauftragen, die Bedika zu machen. Man kann aber ein Zimmer bestimmen, das übrig gelassen werden soll, sodass man dann später am Abend selbst eine Bedika mit einer Bracha machen kann.

(Piskei Teschuwot 431.5, Tschuwot Wehanhagot 2.214, Aruch Haschulchan 437.7, Sdei Chemed 5.1)

 

- Hat man mit der Bedikat Chametz begonnen und dabei vergessen die Bracha zu sprechen, so kann die Bracha noch gesagt werden, solange man die Bedika noch nicht beendet hat. Hat man die Bracha während der ganzen Bedika nicht gesagt, dann spricht man diese am nächsten Morgen, beim Verbrennen des Chametz.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 432.1)

- Zwischen der Bracha und dem Beginn der Bedikat Chametz darf nicht durch Sprechen unterbrochen werden. Hat man mit Sprechen unterbrochen, dann muss man die Bracha nochmals wiederholen. Während der Bedika darf man nur über Dinge reden, die mit der Chametz-Suche zu tun haben. Hat man hier aber über etwas Anderes gesprochen, muss nicht nochmals eine Bracha gesagt werden.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 432.1)

- Vergass man am Abend die Bedikat Chametz zu machen, dann muss man diese gleich am Morgen, so früh wie möglich, mit Kerzenlicht und einer Bracha ausführen. Hat man es auch dann unterlassen, muss die Bedika am Chol Hamo’ed sobald man sich erinnert, nicht aber am Schabbat oder Jom Tow, nachgeholt werden. Auch dann kann eine Bracha gesagt werden. Erinnert man sich aber erst nach Pessach, so muss die Bedika zwar gleich getan werden, sodass man nicht dazu kommt Chametz, das verbotenerweise in seiner Wohnung geblieben ist, zu essen, eine Bracha kann dann aber nicht gesagt werden.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 435.1)

- Fährt man über Pessach an einen anderen Ort und wird auch am Abend der Bedikat Chametz nicht zuhause sein, dann muss man am Abend vor der Abreise die Bedikat Chametz ohne Bracha durchführen. Anschliessend muss dann auch das Kol Chamira gesagt werden, wie es normalerweise in der Nacht der Bedikat Chametz getan werden muss.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 436.1)

- Befindet man sich über Pessach nicht zuhause und hat keine Möglichkeit die Bedikat Chametz am Tag vor Pessach zu tun, soll man den Raw anfragen, vielleicht das Chametz dem Nichtjuden schon am Tag vor dem Zeitpunkt des Bedikat Chametz zu verkaufen.

(Hilchot Pessach Raw A. Blumenkranz)

- Bezieht man ein Hotelzimmer, in dem man Pessach verbringen wird, schon am Abend oder in der Nacht des 14. Nissan, ist man verpflichtet, mit einer Bracha eine Bedikat Chametz zu machen. Wird das Zimmer erst am Erew Pessach, also am Tag bezogen, sucht man ohne Bracha nach Chametz.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 437.1,2, Hilchot Pessach Raw A. Blumenkranz)

- Besitzt oder mietet man ein Büro oder eine zweite Wohnung, soll man lekatchila auch an jenem Platz, am Abend des 14. Nissan eine Bedikat Chametz machen. Ist es eine sehr grosse Mühe, dann kann man den Ort einem Nichtjuden vermieten und das darin befindliche Chametz verkaufen.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 433.5 MB23, 436,MB32)

- Es bestehen Meinungen, die sagen, dass man zur Bedikat Chametz verpflichtet ist, wenn man das Büro oder Heim, erst am Erew Pessach am Tag dem Nichtjuden vermietet. Deshalb ist es besser, wenn man mit dem Raw arrangieren kann, dass der Verkauf schon am Tag zuvor abgeschlossen wird.

Konnte der Verkauf jedoch nicht auf diese Art abgeschlossen werden, kann man sich auf die Meinungen verlassen, die den Besitzer nicht zu einer Bedikat Chametz verpflichten.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 436.MB32)

- Am Erew Pessach fasten die Erstgeborenen als Erinnerung an die Rettung der jüdischen Erstgeborenen bei der מכת בכורות. Alle männlichen Erstgeborenen (auch nur von einem Elternteil) sind zum Fasten verpflichtet. Auch ein Erstgeborener, der einer Fehlgeburt folgte, muss fasten.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 470.1)

 

- Der verbreitete Minhag seit einigen Jahrhunderten ist, dass man das Fasten am Morgen durch einen Sijum auf eine Messechta beendet. Man kann dafür auch an einem Sijum einer anderen Person teilnehmen. Selbst ein Sijum, der von einem Jungen unter Bar Mitzwa-Alter gemacht wird, genügt, um das Fasten von Erwachsenen zu unterbrechen. Ein Brit oder Pidjon Haben unterbrechen das Fasten auch.

 

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 470.2, Piskei Teschuwot 470.5)

- Der Vater eines Jungen, der noch zu jung zum Fasten ist, muss an Stelle seines Sohnes fasten oder an einem Sijum teilnehmen.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 470.2)

- Es ist vorteilhaft, am Pessach einem Nichtjuden nicht zu erlauben, sein Chametz in das Haus oder Büro eines Jehudi hineinzubringen. Ist dies nicht durchführbar, dann soll man dem Nichtjuden einen speziellen Platz im Büro bestimmen, wo er sein Chametz essen soll. Danach soll der Jehudi diesen Ort reinigen und schauen, dass kein Chametz übrig bleibt.

 

- Einer Haushaltshilfe sollte nicht gestattet werden, Chametz ins Hause eines Jehudi zu bringen, da es ein מראית העין ist, und es so aussieht, als ob sie für den Jehudi Chametz bringt.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 440.3, Hilchot Pessach Raw A. Blumenkranz)

- Es darf nicht am selben Tisch gegessen werden, wo ein Nichtjude sein Chametz isst, da Chametz-Bröckchen in das Essen des Jehudi hineinfallen könnten. Es ist aber erlaubt, auf dem Tisch, der vorher von einem Nichtjuden für sein Chametz benützt wurde, seine Pessachmahlzeit zu essen. Es muss dann aber darauf geachtet werden, dass der Tisch vollständig sauber ist.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 440.3)

- Es ist einem Jehudi erlaubt, neben einem Nichtjuden zu sitzen, während jener sein Chametz isst. Es ist somit kein Problem am Chol Hamo’ed zu fliegen, selbst wenn ein Nichtjude neben ihm sitzt und sein Chametz isst.

(Schulchan Aruch - Mischna Berura 440.3, Hilchot Pessach Raw A. Blumenkranz)

- Vorzugsweise sollte der Seder schon vor Jom Tow vorbereitet und hergerichtet werden, sodass man am Abend dann nicht lange warten muss, bis man mit dem Seder beginnen kann. Hat man es vernachlässigt, dann kann man die verschiedenen Sachen wie folgt zubereiten:

זרוע – der Knochen kann am Jom Tow wie normal geröstet werden. Nachdem es jedoch am Jom Tow geröstet worden ist, muss man ihn bis zum Ende dieses Tages gegessen haben. Während des Seders sollte er aber nicht gegessen werden, da man kein geröstetes Fleisch essen darf. Ein זרוע, der am zweiten Tag Jom Tow geröstet wurde, darf nicht bis Chol Hamoed zurückgelassen werden, sondern muss an jenem Tag aufgegessen werden.

ביצה – das Ei kann auch wie normal gekocht und gebraten werden. Einige haben den Minhag, das Ei beim Seder aufzuessen. Andernfalls muss man es wie beim Knochen, bis zum nächsten Tage aufgegessen haben.

(Hilchot Pessach Raw A. Blumenkranz)

 
 
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