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Pessach Scheni
 
 

pessach

 

Als das jüdische Volk das erste Pessachfest in der Wüste feierte, waren manche Juden nicht tahor – rein – und konnten daher nicht das Pessachopfer bringen. Sie wandten sich also an Mosche, der G“tt befragte, ob und wie sie diese Mitzwa erfüllen sollten. G“tt antwortete, dass alle, die nicht tahor sind und nicht rechtzeitig zum Tempel kommen können, stattdessen am 14. Ijar das Pessachopfer bringen und somit das versäumte Fest nachholen können. Warum hat uns die Tora gerade hier an Pessach die Möglichkeit gegeben, Versäumtes nachzuholen?

 
Wir haben an Pessach im Hallel-Gebet (Psalm 114) gesagt, dass sich das Wasser gespalten hat und die Berge gehüpft sind, als die Juden aus Ägypten ausgezogen sind. Was haben sie gesehen, dass sie solche Angst hatten? Sie hatten Angst vor G“tt, dem G“tt Jakows, dem es möglich ist, Fels in Wasser umzuwandeln. Der Midrasch erklärt zur Frage, was denn die Berge und das Wasser gesehen hätten, dass sie den Sarg Josephs gesehen haben, den die Juden aus Ägypten mitgenommen haben. Daher hat sich das Wasser gespalten. Es sieht allerdings so aus, als ob genau das Gegenteil von dem gesagt wird, was der Vers sagt. Denn es steht ja schließlich, dass G“tt der Grund war und nicht Joseph, der Sohn Jakows. Was will uns dieser Midrasch mitteilen?
 
Im Midrasch steht, dass wir den Pessach Scheni – den zweiten Pessach – nur wegen Josephs Verdienst bekommen haben. Wo ist die direkte Beziehung dieses Tages zu Joseph?
 
Wir haben schon öfter davon gesprochen, dass uns G“tt am Abend des Auszugs aus Ägypten eine Verbindung gezeigt hat, die es uns erst ermöglicht hat, eine Nation zu bilden. Er hat sich uns enthüllt, wir konnten Seine Nähe erfahren und Er hat es uns erlaubt, obwohl Seine allumfassende Macht und Größe allen Platz einnimmt, vor Ihm bestehen zu bleiben. Es war ein Geschenk G“ttes, das wir als Awrahams Nachkommen erhalten haben. Doch diese Liebe und Verbindung verpflichtet uns auch. Denn bei jeder Vereinbarung müssen beide Partner ihren Teil beitragen. Was wird also von uns verlangt?
 
Der Talmud erzählt im Traktat Brachot, dass ein Gelehrter seinen Freund gefragt hat, warum die früheren Generationen so viele Wunder erlebt haben, aber wir heutzutage kaum noch offensichtliche Wunder erleben dürfen. Ihm wurde geantwortet, dass die früheren Generationen sich für ihre Anschauungen geopfert haben und daher auch Wunder erleben durften. Was heißt aber „sich zu opfern“? Muss jeder wie Awraham bereit sein, seinen einzigen Sohn auf dem Altar darzubringen?
 
Als G“tt die Welt schuf, hat er einen natürlichen Weg geschaffen, wie sich alles abspielen soll, so dass man sich sogar täuschen kann und meinen könnte, alles liefe von allein. Doch in vielen Ereignissen der Weltgeschichte sehen wir, wie G“tt Wunder hat geschehen lassen, um Menschen aus ausweglosen Situationen zu retten. Wann lässt G“tt diese Wunder geschehen? Keiner weiß, wann genau ein Wunder geschieht und wer es verdient, und dann kommt der Talmud und sagt, dass jemand, der sich opfert, ein Wunder verdient. Sobald ein Mensch das Potential des Natürlichen ausgeschöpft hat, kommt der nächste Schritt, nämlich ein Wunder. Sich opfern bedeutet also, alle Kräfte auszunutzen, die uns zur Verfügung stehen.
 
Unser Anteil an unserer Verbindung zu G“tt ist es, das uns Gegebene und Geschenkte auszunutzen und maximal auszuschöpfen. Das Resultat liegt nicht in unserer Hand, aber der Prozess, die Arbeit, um das Resultat zu erreichen, ist unsere Aufgabe.
 
Als Joseph allein in Ägypten war und seine Herrin ihn verführen wollte, hat er sich mit aller Kraft losgerissen und sich gerettet, um an diesem Ort nicht ganz verloren zu gehen. Diese Tat war nur möglich, weil er die Nähe G“ttes gespürt hat und wusste, dass sich G“tt auch dort mit ihm abgibt und ihm bei jedem Schritt beisteht und ihn schützt. Diese Gewissheit hat es ihm ermöglicht, seinen Teil zu dieser Verbindung beizutragen.
 
König David fragt sich in Psalm 114, was das Wasser nach dem Auszug der Juden aus Ägypten gesehen hat und sich daraufhin sofort für die Nation gespalten hat. Sicher nur deswegen, weil G“tt es so gewollt und geplant hat, doch gibt uns das nicht den Grund dafür, warum wir es verdient haben. Der Midrasch erklärt, dass sich G“tt mit uns verbunden hat und daher die Wunder gewirkt hat. Aber was haben wir getan, um diese Verbindung zu besiegeln? Der Midrasch sagt, dass es der Anblick des Sarges von Joseph war, der den Prototyp des Beweises repräsentierte, was diese Liebe bedeutet hat. Er zeigt, was die Verbindung zu G“tt in Josephs Leben bewirkt und verändert hat. Es ist die Arbeit, so stark wie möglich in einer der größten Prüfungen zu sein, die sich ein Mensch vorstellen kann. Der Prototyp dieser Arbeit erklärt, warum wir es erreicht haben.
 
Diejenigen, die das Pessachopfer nicht darbringen konnten, haben bekundet, dass sie trotzdem nicht willens waren aufzugeben. Sie wandten sich an Mosche und bestanden darauf, dennoch ein Opfer zu bringen. Dies ist das wahre Zeichen dafür, was es bedeutet, seinen Teil zur Verbindung beizutragen und daher hat uns G“tt mit Wundertaten übersät und uns immer wie Seinen Augapfel in allen schweren Zeiten geschützt.

 
 
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