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Ask The Rabbi
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Hier werden Fragen und Antworten zum Thema Philosophie und jüdische Weltanschauung gepostet.
  • Wie kann ich einem kleinen Kind G-tt erklären?

    Sonntag, 12. Dezember 2010

    Wenn es darum geht, G-tt zu "verstehen", besitzen Kinder eindeutig einen gewaltigen Vorteil gegenüber Erwachsenen. Erwachsene müssen alles mit der Vernunft und dem Intellekt begreifen. G-tt steht jedoch noch viel höher als unsere Vernunft und unser Intellekt.

    Kinder verstehen, wenn etwas von Bedeutung für sie ist und Bedeutung ist das ausschlaggebende Kriterium für das Verständnis von G-tt.

    Versuchen Sie also, Ihrem Kind folgendes zu erklären:

    Alles was wir sehen, besitzen oder wollen wurde von jemandem gemacht. Ebenso wurde diese Welt und alles, was es in ihr gibt, von einem Schöpfer, G-tt, dem Schöpfer der Welt, gemacht.

    Und ebenso wie Erfinder Dinge zu einem bestimmten Zweck erfinden, so erschuf G-tt die Welt zu einem Zweck. Alles hat seinen Sinn. Die kleinste Ameise bis zum größten Gelehrten haben ihren Sinn auf dieser Welt.

    Auch du bist nicht einfach so geboren. G-tt erschuf dich, weil Er dich liebt und weil Er dir vertraut. Er vertraut dir, dass du dich um Seine Welt kümmern und sie verbessern kannst.

    Da G-tt dich erschaffen hat, weiß Er alles, was du denkst, sagst und tust und ist immer für dich da. In Seiner Thora teilt Er uns genau mit, wie wir diese Welt zu einem guten Platz machen können und Er will, dass du die Thora sorgfältig lernst und Sein Helfer wirst.

    Später wird das Kind G-tt auch mit dem Intellekt erforschen. Das ist ganz OK. Da man jedoch keinen zweiten ersten Eindruck machen kann, wird das Wissen und Vertrauen, dass G-tt für uns da ist und wir dazu erschaffen wurden, Seinen Willen zu tun, unabhängig von seiner theologischen Kompetenz immer bei ihm bleiben.

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  • Gibt es einen absoluten Beweis für G-tt?

    Montag, 27. Dezember 2010

    Kurzantwort:

    Keinen intellektuellen. Obwohl wir gerne für alles eine Erklärung hätten, so kann doch die menschliche Logik nichts absolut beweisen. Unser Verstand ist nicht absolut. Dank unserer jüdischen Seele jedoch können wir uns der Existenz G-ttes absolut sicher sein.

    Ausführliche Antwort:

    Absoluter Beweis

    Es gibt nichts was absolut bewiesen werden kann. Eine der Bedingungen des Intellekts ist, dass alles, was intellektuell bewiesen werden kann, auch hinterfragt werden kann. In anderen Worten: wenn es nicht widerlegt werden kann, ist es kein intellektueller Beweis.

    Dieses "Prinzip des Falsifikationismus" wurde vom großen, englischen Philosophen Karl Popper eingeführt und wird in wissenschaftlichen und philosophischen Kreisen heute allgemein anerkannt. Ganz nebenbei erwähnt, entspricht dieses Prinzip auch der Position des Talmuds.

    Außerdem bedarf jeder intellektuelle Beweis Grundsätze von allgemeiner Geltung (Maximen), die an sich nicht bewiesen werden können. Dies wurde im 19. Jahrhundert von Karl F. Gauss, dem vielleicht größten Mathematiker aller Zeiten bewiesen, welcher anfing, die Absolutheit der Euklidischen Maximen zu hinterfragen. Später, im 20. Jahrhundert, fand der österreichisch-amerikanische Mathematiker Kurt Gödel logische Anzeichen dafür, dass kein System ohne Beweise von außerhalb dieses Systems bewiesen werden kann. Seine Schriften wurden weltweit als wegweisend für die Geschichte der Mathematik und Philosophie anerkannt.

    Kurz gesagt: die menschliche Logik ist nicht in der Lage, auch nur irgendetwas absolut zu beweisen. Um etwas absolut zu wissen, müssen wir uns nach anderen Mitteln umschauen.

    Intelligente Schlussfolgerungen 

    Trotz seiner Beschränktheit ist der menschliche Verstand in der Lage, intelligente Schlüsse zu ziehen. Wenn man z.B. nach draußen geht und vom Regen durchnässt wird, schließt man daraus, dass es draußen regnet. Es besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass unsere Sinne uns einen Streich spielen. Um sich jedoch in der Welt zu Recht zu finden, führt kein Weg daran vorbei, eben gewisse Dinge als Gegeben anzunehmen.

    Oft kommen wir sogar zu scheinbar absolut sicheren Schlussfolgerungen, ohne das Ding an sich überhaupt geprüft zu haben. So nehmen wir z.B. an, dass es draußen windig ist, wenn wir aus dem Fenster blicken und die Äste schwingen sehen. Oder wir gehen davon aus, dass die Kabel elektrisch geladen sind, wenn wir das Licht angehen sehen. Und, um ein wissenschaftliches Beispiel zu bringen, wir machen uns eine genaue Vorstellung von der Gestalt eines Elektrons, indem wir es von submikroskopischen Objekten abprallen lassen.

    Ebenso ist es absolut logisch anzunehmen, dass es eine Erste Ursache für jegliches Leben gibt und dass diese Erste Ursache die Welt mit Absicht und Intelligenz lenkt.

    G-tt dem wissenschaftlichen Prinzip zufolge

    Das Konzept einer Ersten Ursache basiert auf einer Maxime, auf die sich die gesamte Wissenschaft stützt: das Prinzip der Erklärung. Dieses Prinzip legt ganz einfach fest, dass alle Phänomene eine Erklärung haben müssen. Das Ziel der Wissenschaften ist es, diese Erklärungen zu finden. Moleküle werden mit dem Kräftespiel der Atome erklärt, Atome wiederum mit der Dynamik ihrer Untereinheiten, die Untereinheiten mit Photonen. Letztendlich muss es doch eine Erklärung für die Existenz von Materie und Energie geben.

    Ohne dieses Prinzip könnte weder Wissenschaft, noch jegliches menschliches Unterfangen bestehen. Für jede Handlung verlassen wir uns auf die Annahme, dass jede Sache eine Erklärung hat. Auf diese Weise schaffen wir uns eine stimmige Welt. Das Chaos, das entstehen würde, wenn wir diese Stimmigkeit nicht hätten und jede Sache als zufällig aus dem Nichts erscheinend betrachten würden, ist nicht auszudenken.

    Die Erste Ursache ist demnach nichts weiter als die letztendliche Erklärung für Alles. Sozusagen das Ende der Kette.

    G-tt weit über den Wissenschaften

    Wie können wir also diese Erste Ursache erklären? Damit wären wir beim Konzept einer Ersten Ursache: es gibt also etwas (falls "etwas" das richtige Wort dafür ist), was keiner Erklärung bedarf. Andernfalls haben wir ein ernsthaftes Problem: entweder kapitulieren wir und geben zu, dass es tatsächlich Dinge gibt, die nicht erklärt werden können, oder wir sagen, dass die Kette der Erklärungen ins Unendliche weitergeht – in welchem Falle geschlussfolgert werden würde, dass das ganze Kosmos keine Erklärung hat.

    Alternativ besteht die Möglichkeit, anzunehmen, dass es eine gewisse Erste Ursache gibt, die alles erklärt, inklusive sich selbst. Wie kann sie sich selbst erklären? Weil sie unendlich ist, keine Grenzen oder Definitionen, keinen Anfang und kein Ende besitzt.

    Wie sollen wir uns jedoch etwas vorstellen, was keine Grenzen besitzt? Unsere Unfähigkeit diesbezüglich widerlegt jedoch nicht das Konzept. Können wir uns Gravität oder Elektrizität vorstellen? Nein. Niemand weiß, was diese Dinge sind. Wir können lediglich ihre Auswirkungen beobachten. Ebenso gelangen wir auf die Schlussfolgerung, dass es eine Erste Ursache geben muss, dadurch, dass wir ihre Auswirkungen –das Universum- sehen. Was sie an sich jedoch ist können wir nicht wissen.

    Der Schöpfer kümmert sich um uns

    Das Wissen, dass diese Erste Ursache sich um uns kümmert und uns die Thora gegeben hat usw., erhielten wir am Berg Sinai. Um nur kurz auf dieses Thema einzugehen, war die Offenbarung am Berg Sinai ein Erlebnis, was Millionen von Menschen live miterlebt haben. Ein solches Massenerlebnis kann man beruhigt als historische Tatsache akzeptieren.

    Um trotzdem einen kleinen Beweis zu bringen, so dient dazu vielleicht das wundersame Überleben des jüdischen Volkes über die Jahrtausende hinweg.

    Wissen gegenüber Glauben

    Alles, was wir bisher angeführt haben, basiert auf normaler Logik. Warum Juden jedoch glauben, hat damit nichts zu tun. Wir glauben, weil wir wissen, dass unser Glaube wahr ist. Dieses Wissen wurde uns über die Generationen hinweg seit 3700 Jahren weitergegeben. Genau diese innere Überzeugung, und nicht alle nur möglichen intellektuellen Beweise, ist es, was unserem Volk die Kraft gegeben hat, seinem Glauben Jahrtausende lang treu zu bleiben, für ihn zu sterben und allen Versuchungen und Herausforderungen stand zu halten.

    Wie die klassischen jüdischen Philosophen erklären, geht es bei dem Thoragebot, an G-tt zu glauben, nicht darum, das Wissen um eine Erste Ursache zu diskutieren. Das nämlich hat nichts mit Glauben, sondern mit Wissen zu tun. Wir brauchen kein Gebot, welches uns aufträgt, daran zu glauben, dass es nachts dunkel ist. Man geht hinaus und weiß, dass es dunkel ist. Ähnlich ist das Wissen, dass es eine Erste Ursache gibt, eine logische Schlussfolgerung menschlicher Erfahrung.

    Das Thoragebot, an G-tt zu glauben (das erste der Zehn Gebote) bedeutet vielmehr, uns auf einen G-tt zu stützen, der noch viel höher steht als nur eine Erste Ursache.

    Sogar die Idee einer Ersten Ursache hat ihre Beschränkungen. Sie ist unendlich und undefinierbar, aber das ist alles relativ gesehen. Wie sind wir auf die Schlussfolgerung gekommen, dass es eine Erste Ursache geben muss? Durch unser beschränktes Wissen über diese Welt. Das wäre schon die erste Beschränkung: die Erste Ursache gilt für unsere Welt und was darüber hinaus geschieht, wissen wir nicht. Dann wäre eine weitere Beschränkung, dass es sich hierbei um eine Ursache handelt. Auf diese Weise lassen sich noch viele weitere Beschränkungen finden.

    Das ist jedoch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass unser G-tt, der G-tt des jüdischen Volkes, weit über die menschliche Vernunft hinausgeht. Es gibt jedoch etwas in uns, was ebenfalls über die Vernunft hinausgeht und mit dem wir absolutes Wissen erlangen können: die Seele. Diese jüdische Seele ist der Kern eines Juden. 

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  • Wie konnte G-tt den Holocaust zulassen?

    Montag, 27. Dezember 2010

    Kurzantwort:  

    Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht wissen und ich will es auch nicht wissen.  

    Nicht, weil ich mir darüber keine Gedanken machen würde, sondern weil im Falle, ich wüsste die Antwort, die Frage mich nicht mehr belasten würde.

    Ausführliche Antwort: 

    Die Frage stellen

    Die Frage nach dem "Warum" des Holocausts und im weiteren Sinne das Problem, warum guten Menschen Schlechtes zustößt, ist etwas, mit dem wir uns seit Urzeiten auseinander setzen und ein Thema, was mindestens ein Buch verdient und was bereits in den verschiedensten Büchern behandelt wurde.

    Wenn uns etwas Schlimmes zustößt, sollen wir sogar mit Entrüstung und Schock gegenüber G-tt reagieren. Als G-tt drohte, Sodom auszulöschen, rief Avraham empört: "Wird der Herrscher der Welt ungerecht verfahren und die Gerechten und Ungerechten gleichermaßen betrafen?"(Genesis 18:25)

    Als G-tt ihm einen Einblick in die Zukunft, insbesondere in den barbarischen Mord der Römer an Rabbi Akiba verlieh, schrie Moses: "Ist das die Belohnung für das Thoralehren?" (Talmud Tracktat Menachot 29b - Rabbi Akiba war einer der zehn Märtyrer, über welche wir am Jom Kippur lesen.)

    Ebenso schrien alle großen Gelehrten und Anführer des jüdischen Volks bis in unsere Generation, besonders Rabbi Levi Jitzchak von Berditchev und der Lubawitscher Rebbe, welche ausgesprochene Verteidiger unseres Volkes waren, zu G-tt.

    (Jemand, der im Falle eines Unglücks gleichgültig reagiert, hat ganz eindeutig ein ernsthaftes Problem.)

    Die Frage verstehen

    Diese Entrüstung basiert jedoch auf zwei Voraussetzungen:

    1) G-tt ist gut und alles, was Er tut ist gut

    2) es gibt keine andere bestimmende Kraft in der Welt außer G-tt

    In Fällen wie z.B. dem Elften September wenden wir uns an Ihn und fragen uns, was um Himmels willen bitte los sei.

    Diese Frage ist absolute berechtigt.

    Wenn wir jedoch eine Antwort auf unsere Frage erwarten, so überschätzen wir uns etwas: wir können G-ttes Wege nicht verstehen.

    Was heißt hier überschätzen? G-tt hat uns mit Intelligenz und Schlauheit versehen. Wir haben die Elektrizität entdeckt, wir wissen, wie man Atome spaltet, wir erwarten, alles zu verstehen!

    Um mal ganz ehrlich zu sein, ist diese Erwartung jedoch absurd.

    Aus diesem Grund waren alle obengenannten Gelehrten und Anführer des jüdischen Volkes wie Avraham, Moses, usw. trotz ihrer Entrüstung bezüglich Seiner Taten bis an ihr Lebensende treue und G-ttesfürchtige Menschen, die G-tt mit äußerster Hingabe und Liebe dienten. Wie konnten sie nur? Warum haben sie Ihn nicht verlassen und sich etwas ausgesucht, was mehr Sinn ergibt?

    Kannst Du die Frage verstehen

    Sie blieben fromme, G-ttesfürchtige Juden, weil sie verstanden, dass der Schöpfer der Welt – d.h. der Sonne, des Mondes und der Sterne, des Tierreiches und der Pflanzenwelt, der Schöpfer der Menschen mit ihrer Fähigkeit zu denken und zu lieben- weit über unserer beschränkten Weltsicht thront. Es gibt Welten zwischen unserer menschlichen Vernunft und der Vernunft G-ttes.

    Wir erwarten nicht von einem Baby, dass es versteht, warum es von weiß gekleideten Personen mit einer Nadel gestochen wird, während die Eltern einfach zusehen, ohne diesen Komplott zu stoppen. Oder stell Dir die Entrüstung eines Steinzeitmenschen vor, der heute einen Operationsraum betritt und dort sieht, wie sich eine Gruppe von Menschen in Masken mit Messern und anderen Geräten über ein armes Opfer hermacht.

    Wenn ein Steinzeitmensch schon seine eigenen Nachkommen nicht versteht, wie erwarten wir von uns endlichen Geschöpfen, unseren unendlichen G-tt verstehen zu können?

    Willst Du wirklich die Antwort wissen

    Ich vertrete nicht die Meinung, wir sollten Erklärungen und Entschuldigungen von G–tt erwarten.

    Wir sollen zu Ihm beten, und uns eine Welt von Güte wünschen, die wir als solche wahrnehmen können. Warum will Er uns nicht einen kleinen Einblick in seine Handlungen geben? Eine mögliche Erklärung ist, dass wir in einem solchen Falle unser Mitgefühl verlieren würden. Wir würden z.B. verstehen, dass diese Person ein Bein verloren hat, weil xyz… klar, ergibt absoluten Sinn. Es musste so sein. Finito. Da wir jedoch nicht verstehen, leiden wir zusammen mit den Leidenden und teilen unser Mitgefühl.

    Falls Du also eine Antwort erwartet hast, wie "G-tt ließ es zu, dass Kinder verbrannt wurden, weil…", so enttäuscht Dich meine Antwort wahrscheinlich. Ich habe Deine Frage nicht beantwortet, hoffe jedoch, sie in die richtige Richtung gelenkt zu haben.

    Hits : 64

 
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